L.J. Rüping: Kunstworkshops für CFS Erkrankte und Angehörige

ab Januar 2026
(monatlich)

Kinder und Jugendliche mit CFS (ME/CFS, Long Covid, Post Vac und ähnlichen chronischen Erkrankungen) sind oft durch geringe Energiereserven, Konzentrationsschwierigkeiten und den starken Fokus auf ihre Symptome belastet. Kreative Workshops können hier eine wertvolle Ressource sein: Sie eröffnen eine kleine Auszeit vom Grübeln, laden zum spielerischen Ausdruck ein und ermöglichen positive Erfahrungen.

Durch das eigene Gestalten erleben die Teilnehmenden Selbstwirksamkeit – ein Gefühl von „ich kann etwas schaffen“, auch mit begrenzter Kraft. Dieses Erleben stärkt die Resilienz und fördert Zuversicht. Gleichzeitig bieten die Workshops Flexibilität: Die Aufgaben werden so gestellt, dass sie in kurzen Etappen bearbeitet werden können, je nach Konzentration und Energielevel. Wer mag, kann später weiterarbeiten oder einfach bei der kurzen Inspiration bleiben. Darüber hinaus entsteht ein Gefühl von Gemeinschaft – sowohl online in der Gruppe als auch zwischen Eltern und Kind, wenn beide mitmachen. Das gemeinsame kreative Tun schafft Verbindung, Leichtigkeit und Freude. Gelegentlich werden Werke von Künstler*innen als Inspiration gezeigt, um den Blick zu weiten und Mut zu machen, die eigene künstlerische Sprache zu entdecken.

Jeder Workshop ist für 60-90 min geplant, kann aber auch nach bspw. 30 min beendet werden und später fortgesetzt werden. Zwischendurch und am Ende gibt es die Möglichkeit, dass die Teilnehmer ihre Werke zeigen und so eine Interaktion entsteht.

Zielgruppe:

Die Workshops richten sich in erster Linie an Kinder und Jugendliche mit CFS (ME/CFS, Long Covid, Post Vac und ähnlichen chronischen Erkrankungen). Das Angebot ist aber bewusst offen gestaltet: Auch Eltern oder Geschwisterkinder sind herzlich eingeladen, gemeinsam teilzunehmen oder unterstützend dabei zu sein. Die gemeinsame kreative Zeit kann entlasten, Verbindung schaffen und ermöglicht ein wertschätzendes Miteinander – ohne Leistungsdruck und ohne Erwartungen.

Termine:

Grundsätzlich finden die Workshops jeweils am letzten Freitag des Monats statt.

Details sowie eventuelle Terminänderungen bitte dem aktuellen Eventeintrag im Veranstaltungskalender entnehmen.

Workshopleitung:

Lisa-Julie Rüping
Künstlerin und Kunstvermittlerin, Yin Yoga Lehrerin, ME/CFS Betroffene

Lisa-Julie Rüping arbeitet seit vielen Jahren mit künstlerischen und körperorientierten Formaten und begleitet Menschen dabei, einen sanften und achtsamen Zugang zu sich selbst zu finden.

Als selbst von CFS betroffene Künstlerin bringt sie neben ihrer fachlichen Erfahrung auch ein tiefes Verständnis für die besonderen Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und Angehörigen mit chronischen Erkrankungen mit. In ihrer Arbeit verbindet sie künstlerischen Ausdruck, Achtsamkeit und einen ressourcenschonenden Ansatz, der Raum lässt für Pausen, individuelle Grenzen und das eigene Tempo.

Neben Yin Yoga bietet sie Kunstworkshops an, die Kindern und Eltern ermöglichen, jenseits von Symptomen, Terminen und Leistungsdruck neue Erfahrungen von Selbstwirksamkeit, Leichtigkeit und Verbindung zu machen.

Veranstaltungsort:

Die Veranstaltung findet online über Zoom statt. Der Zugangslink wird in der Ankündigungsgruppe der WhatsApp Selbsthilfe-Community sowie in unserm Newsletter/Wochenplan veröffentlicht.

Anmeldung / Kosten:

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Teilnahme ist für Mitglieder unserer Selbsthilfe-Community kostenlos.

Es handelt sich um eine interne Veranstaltung der NichtGenesenKids Selbsthilfe-Community. Der Zugangslink darf daher nicht geteilt werden.


Die Workshops im Detail:
Workshop im Januar: Ein-Minuten-Zeichnungen

In kurzen, abwechslungsreichen Zeichenübungen wird experimentiert, gelacht und ausprobiert – mal mit der rechten, mal mit der linken Hand, mal ohne hinzuschauen. Ziel ist es, Perfektionismus loszulassen und neue, überraschende Ausdrucksformen zu entdecken.

Der Workshop ist so aufgebaut, dass jederzeit Pausen möglich sind. Wer möchte, kann nur einen Teil mitmachen oder später weiterarbeiten. Am Ende gibt es die Möglichkeit, Werke zu zeigen – ganz freiwillig.

Der Workshop unterstützt:

  • spielerischen kreativen Ausdruck
  • positive Ablenkung vom Grübeln
  • Selbstwirksamkeit („Ich kann etwas schaffen – auch mit wenig Energie“)
  • Verbindung und Austausch in der Gruppe
  • gemeinsame kreative Zeit für Kinder und Eltern

Dauer: ca. 60 Minuten

Material: 6 Papiere (DIN A4), Bleistifte, Buntstifte oder Wasserfarben (Teilnahme auch ohne möglich)


Workshop im Februar: Leporello – Geschichten entfalten

Ziel:
Eine eigene kleine Bild-Geschichte oder Stimmungsreihe erschaffen.

Ablauf:

  • Die Kinder falten ein Leporello (Faltbuch).
  • Variante 1: Eine fortlaufende (Wort-Bild) Geschichte – Seite für Seite zeichnen oder malen.
  • Variante 2 (für die, die schneller sind oder mehr Leporellos machen wollen): Musik und Geräusche hören und übersetzen – jede Seite individuell gestalten
  • Inspiration: Beispiel-Leporellos von Etel Adnan oder anderen Künstler*innen zeigen.
  • Materialien: DIN A3 Blatt, Schere, Stifte
  • Dauer: ca. 90min

Workshop im März: Collage – Meine Traumwelt

Ziel:
Spielerisches Zusammensetzen von Bildern, Anregen der Fantasie, Stärkung von
Hoffnung.

Ablauf:

  • Mit Zeitschriften, Schnipseln, buntem Papier oder Verpackungen eigene Collagen gestalten.
  • Aufgabenstellung: „Gestalte deine Traumwelt“ (oder alternativ: „Mein perfekter Tag“, „Mein Leben wenn ich gesund bin“).
  • Materialien: Papier (DIN A3 oder DIN A4), Schere, Kleber, Zeitschriften, Zeitungen, evtl. farbiges Papier, Stifte
  • Dauer: ca. 90min

Workshop im April: Postkarten-Kunst – Botschaften an mich

Ziel:
Positive Selbstzuwendung, kleine Kunstwerke zum Behalten oder Verschenken

Ablauf:

  • Kinder gestalten kleine Karten aus festem Papier oder Pappe.
  • Sie können mit Zeichnungen, Collagen oder Mustern gestaltet werden.
  • Auf die Rückseite schreiben sie eine Botschaft an sich selbst („Ich bin stark“, „Heute darf ich träumen“). So entsteht eine Sammlung kleiner Mut-Karten.
  • Materialien: Gesammelte Sprüche o.ä. (es werden auch ein paar bereitgestellt), Pappe oder stärkeres Papier, Stifte, Zeitschriften, Malkasten
  • Dauer: ca. 60min

Schatzkiste – Meine wertvollen Dinge

( 29.Mai 15.00-16.30 Uhr )

Kurzbeschreibung:
In diesem Workshop entsteht eine persönliche Schatzkiste voller Dinge, Bilder und Erinnerungen, die Kraft geben und als innerer Anker dienen können. Die Kinder sammeln dabei alles, was ihnen guttut oder wichtig ist – sei es als Zeichnung, Gegenstand ( z.B Foto oder Stein) kleine Collage oder als geschriebenes Wort.
Die Schatzkiste kann als Box gestaltet werden. Innen und außen darf sie bemalt, beklebt und ergänzt werden. So entsteht ein sehr persönliches Bild von Ressourcen, kleinen Freuden und stabilisierenden Momenten.
Material:
Schuhkarton oder Kartonbox, Papier, Stifte, farbiges Papier, Zeitschriften, Kleber, Schere, kleine Fundstücke (können optional vorher gesammelt werden)


Avenidas – Worte als Bild

( 26.Juni 15.00-16.00 Uhr)

Kurzbeschreibung:
Aus wenigen Wörtern entsteht ein Bild. Begriffe werden wiederholt, kombiniert und frei auf dem Papier angeordnet, sodass Sprache nicht nur gelesen, sondern auch gesehen wird.
Die Worte dürfen sich überlagern, rhythmisch wiederkehren oder in Gruppen stehen – fast wie ein visuelles Gedicht. Es können dann auch Bildelemente in das Sprachbild eingefügt werden.
Der Workshop lädt dazu ein, Sprache spielerisch zu nutzen und eine sehr ruhige,
assoziative Arbeitsweise zu erleben. Es gibt kein richtig oder falsch, sondern ein Erkunden von Wortklang, Bedeutung und Bildwirkung.
Material:
Papier (A4 oder A3), Stifte, optional Farbstifte oder Marker, ggf. Zeitschriften für einzelne Wortfragmente, optional Wasserfarben


Langsame Linien – Landschaft aus Bewegung

( 24.Juli 15.00-16.00)

Kurzbeschreibung:
In diesem Workshop entsteht eine Zeichnung aus fließenden, langsamen Linien, die sich über das ganze Blatt bewegen. Die Linie kann sich verändern, kreuzen, zurückkehren oder weiterfließen – wie eine Art Landschaft aus Bewegung.
Es geht nicht um ein fertiges Bild, sondern um den Prozess des Zeichnens selbst. Die ruhige, gleichmäßige Bewegung kann dabei eine sehr beruhigende Wirkung haben und hilft, den Fokus sanft nach außen zu lenken.
Optional kann auch eine „Linienlandschaft“ entstehen, die an Hügel, Wege oder Wellen erinnert, ohne konkret etwas darstellen zu müssen.
Material:
DIN A3 Papier, Stifte (Bleistift, Fineliner), optional weiche Farbstifte oder Wasserfarben


Farbkreis der Umgebung – Wahrnehmen und ordnen

( 28.August 15.00-16.00 Uhr)

Kurzbeschreibung:
Zu Beginn wird die Umgebung bewusst wahrgenommen: Welche Farben sind im Raum sichtbar? Danach werden diese Farben gesammelt und in einem Bild geordnet. Im Zentrum entsteht ein Farbkreis oder eine Farbfläche, die die wahrgenommenen Farben aufnimmt.
Rund um diesen Mittelpunkt können kleine Zeichnungen oder Symbole der gesehenen Gegenstände angeordnet werden. Dadurch entsteht ein lebendiges, fast schwebendes Bild, in dem Wahrnehmung und Gestaltung miteinander verbunden werden.
Der Workshop verbindet Achtsamkeit mit kreativem Ausdruck und ist sowohl ruhig als auch spielerisch.
Material:
Papier (A3 empfohlen), Stifte, optional Farbstifte oder Marker


Soundscape – Klang wird Bild

( 25. September 15.00-16.30 Uhr)

Kurzbeschreibung:
Musik oder Naturgeräusche werden in Farben, Linien und Formen übersetzt. Während desHörens oder im Nachklang entsteht ein Bild, das nicht das Gehörte „darstellt“, sondern seine Stimmung und Bewegung einfängt.
Die Teilnehmenden können eine vorbereitete Playlist nutzen oder eigene Klänge wählen. Wichtig ist, dass jederzeit auch Stille möglich ist. Wer sehr geräuschempfindlich ist kann auch einfach die Playlist mit leisen Naturgeräuschen nutzen. Der Fokus liegt auf dem persönlichen Erleben der Klänge und deren Übersetzung in eine visuelle Form.
Material:
Papier, Stifte oder Farben, Musik/Playlist ( wird zur Verfügung gestellt), Soundbox oder Kopfhörer (optional)


Linien & Flächen – Bildkomposition aus Formen

( 30.Oktober 15.00-16.00 )

Kurzbeschreibung:
Ein Bild entsteht durch das Setzen von Linien und das Gestalten von Flächen. Statt zu zeichnen, wird das Bild wie eine Komposition aufgebaut – ähnlich abstrakter Kunst oder moderner Bildgestaltung.
Mit Klebeband, Papierstücken, Post-its oder opt.Transparentpapier entstehen Flächen, die sich überlagern, verbinden oder abgrenzen. So wächst ein strukturiertes, aber dennoch freies Bild, das nicht auf Darstellung, sondern auf Gestaltung basiert.
Der Workshop lädt dazu ein, spielerisch mit Ordnung, Rhythmus und Fläche zu
experimentieren.
Material:
Papier, Stifte, Klebeband (z. B. Malerkrepp ggf.dünnes Klebeband in unterschiedlichen Farben), opt.Post-its, optional Transparentpapier


Schnitt- Knick und Strukturbild – Arbeiten am Papier

(27. November 15.00-16.00)

Kurzbeschreibung:
Das Bild entsteht nicht nur durch Zeichnen, sondern durch direkte Eingriffe in das Material.
Es können Strukturen aus der Umgebung durch Ftottage abgebildet werden Papier kann geschnitten, gerissen, gefaltet oder geöffnet werden, sodass neue Formen und Strukturen entstehen.
Durch diese Veränderungen entwickelt sich das Bild im Prozess weiter und überrascht oft durch unerwartete Ergebnisse. Der Fokus liegt auf dem Experimentieren mit Material und der Erfahrung, dass Veränderung selbst Gestaltung sein kann.
Material:
Papier, Schere, Kleber, optional zweites Blatt als Unterlage . Wenn vorhanden Graphit oder Kohlestifte, farbiges Papier


Mobile – Schwebende Formen im Raum

( 18.Dezember 15.00-16.30)

Kurzbeschreibung:
In diesem dreidimensionalen Workshop entsteht ein mobiles Objekt, das aus leichten Formen besteht, die im Raum aufgehängt werden. Papier, Karton oder Fundmaterialien werden zugeschnitten, gestaltet und an Fäden befestigt.
Die einzelnen Elemente werden an Stöcken oder Ästen aufgehängt und ins Gleichgewicht gebracht. So entsteht ein schwebendes Kunstwerk, das sich durch Luftbewegung verändert und immer wieder neu wirkt.
Der Workshop verbindet Gestaltung mit Raum, Bewegung und Balance.
Material:
Dünne Stöcke (Äste oder Schaschlikspieße), Faden/Schnur, Papier, Karton, Kleber, Schere, leichte Fundmaterialien, optional dünner Draht