Gemeinsame Stellungnahme zur Versorgungsmedizin-Verordnung


NichtGenesenKids hat gemeinsam mit mehreren bundesweiten Patienten- und Selbsthilfeorganisationen eine Stellungnahme zur aktualisierten Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) unterzeichnet. Ziel ist es, die Begutachtung und Anerkennung von Behinderungen gerechter und wissenschaftlich fundierter zu gestalten.

Die unterzeichnenden Organisationen begrüßen zwar, dass erste Kritikpunkte in die Neufassung eingeflossen sind, sehen jedoch weiterhin erheblichen Verbesserungsbedarf. Noch immer kommt es bundesweit zu unterschiedlichen Bewertungen gleicher Erkrankungen und Einschränkungen, was für Betroffene zu einer ungleichen Gewährung von Nachteilsausgleichen führt.

Besonders wichtig ist uns die Forderung, dass ME/CFS endlich als eigenständiges neurologisches Krankheitsbild in der Versorgungsmedizin berücksichtigt wird. Die bisher häufig angewandte Einstufung über Vergleichsdiagnosen wird den schweren und krankheitsspezifischen Einschränkungen vieler Betroffener nicht gerecht.

Darüber hinaus fordert das Bündnis unter anderem:

  • eine bundesweit einheitliche und wissenschaftlich fundierte Begutachtung,
  • die Berücksichtigung des schlechtesten Gesundheitszustands bei Erkrankungen mit stark schwankendem Verlauf,
  • die stärkere Anerkennung unsichtbarer Behinderungen wie Fatigue, Schmerzen oder kognitiver Einschränkungen,
  • fachgerechte Begutachtungen durch die zuständigen medizinischen Fachrichtungen sowie
  • bessere Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen, die Widerspruchsverfahren aufgrund ihrer Erkrankung nicht selbst bewältigen können.

Als Mitunterzeichner unterstützen wir diese Forderungen ausdrücklich. Menschen mit ME/CFS, Long COVID und anderen schweren neurologischen Erkrankungen benötigen eine gerechte Bewertung ihrer Einschränkungen und einen verlässlichen Zugang zu den Nachteilsausgleichen, die ihnen zustehen.

Die vollständige Stellungnahme steht hier als PDF zum Download bereit.